Steinzeit Buffet Beeren

Dieses Jahr haben wir mit unserem Januarkind einen “Steinzeit”-Kindergeburtstag gefeiert. Ich bin ehrlich gesagt immer ziemlich froh, wenn die Kinder sich ein Motto wünschen. Da fällt es mir einfach leichter, Ideen zu finden und das Programm zu strukturieren. “Die Steinzeit” war wieder mal ein wahrlich dankbares Thema, bei dem uns ganz schön viel eingefallen ist.

Zuvor haben wir viele “Magische / Zauberergeburtstage” gefeiert, ein Beispiel habe ich euch auch auf dem Blog vorgestellt, ihr findet es hier. Vor längerer Zeit habe ich auch schon etwas über einen Meerjungfrauengeburtstag geschrieben, den Blogbeitrag findet ihr hier.

Die Steinzeit-Party

Meine Tochter interessiert sich gerade sehr für die Steinzeit. Wir haben bereits im Vorfeld einige Info-Filme (Checker Tobi, Löwenzahn, etc.) zu diesem Thema in der Mediathek geschaut und uns viel über die Entstehung der Menschheit und der Zivilisation unterhalten.

Ganz zu Beginn der Geburtstagsfeier haben wir mit allen Kindern kurz über die Menschen zu dieser Zeit gesprochen: wie sie gelebt haben, was wie gegessen haben, die Entdeckung des Feuers, die Umstellung zur Sesshaftigkeit etc.

Für die Aktionen auf der Party selbst, haben wir aber hier und da getrickst: Löcher mit Lochzange, Leder mit Schere schneiden, Schmuck mit modernem Werkzeug vorbereiten, Körner mit Mörser mahlen, Brot im modernen Ofen backen. Wir haben dabei auch besprochen, dass es in der “echten Steinzeit” so etwas natürlich nicht gab und man bekommt nur ein leises Gefühl davon, wie viel Arbeit und Zeit in die Handarbeiten damals geflossen ist. Natürlich hätte man mehr “steinzeitlich” arbeiten können – aber schließlich war es ein Kindergeburtstag und kein Überlebenscamp, da sind wir einige Kompromisse eingegangen 🙂

Eine schöne Idee wäre noch ein gemeinsames Lagerfeuer gewesen, das wir am Ende der Partys gerne machen; zur Steinzeit hätte es natürlich auch gut gepasst. Allerdings war den Kindern bei Januar-Minustemperaturen und nach den vielen spannenden Stationen eher nach “Party machen” (wie sie es nennen: laute Musik, Diskokugellicht und tanzen eben). So ist der Abend dann mit Kinderdisko ausgeklungen.

Mein allgemeiner Tipp für Kinderpartys: ein Mix aus Aktivitäten, aber auch Ruhepausen zum freien Spiel (oder eben “Party machen”) einplanen. So hat man selbst – und auch die Kinder – eine Verschnaufpause bzw. man kann sich währenddessen um Essen/andere Vorbereitungen kümmern.

Steinzeit Büchlein – eine Übersicht der 6 Steinzeit-Stationen

Da unsere Geburtstagsgäste schon lesen können, habe ich ein Mini-Büchlein vorbereitet. Darin waren die Stationen (jeweils eine pro Seite) beschrieben – die Kinder hatten so schnell einen Überblick über die Programmpunkte und wir konnten diese dann Stück für Stück durchgehen. So etwas funktioniert natürlich nur bei größeren Kindern. Bei unserem Drachengeburtstag (5 Jahre) hatte ich als Alternative eine Stempelkarte, wo die unterschiedlichen Stationen als Icon gezeichnet waren und abgestempelt werden konnten. Die Stempelkarte konnten sich die Kinder an einer Schnur aus Wollgarn umhängen – dies nur als kleine Idee für Jüngere.

Die Auszüge aus dem Büchlein habe ich hier kursiv geschrieben und unterhalb mit weiteren Informationen ergänzt.

1. Steinzeit Brot backen

“Schon früh aßen die Menschen gebackenes Getreide (Brot). Allerdings gab es noch keine Mühlen zum Mahlen von Getreide. Man mahlte das Korn per Hand zwischen zwei Steinen zu Schrot. Weizenkörner zu zermahlen ist ganz schön anstrengend! Probiert es aus. 

Für euer Brot könnt ihr Buchweizen verwenden, das geht einfacher. Mischt das Mehl mit Wasser und etwas Salz – der Steinzeitfladen ist vorbereitet. Alternativ könnt ihr aus dem Mehl, gemahlenen Nüssen, Sonnenblumenkernen, Leinsamen und Wasser ein Saaten-Steinzeitbrot backen. 

Formt daraus euer Brot und backt es im Ofen. 

(Es gab auch keine Hefe. Die Brote wurden früher auf einem flachen Stein über der Glut gebacken)”

Meine Vorbereitung: diverse Nüsse und Saaten, Weizenkörner (wenige zum Ausprobieren) und Buchweizen (mehr, denn dieser lässt sich leichter zermahlen).

Außerdem benötigten wir viele saubere Steine (gut gewaschen, aus dem Garten) und den Untergrund zum Mahlen, einen Mörser oder Holzbrettchen. Eine große raue Steinunterlage wäre natürlich auch cool gewesen, aber so etwas habe ich hier nicht gefunden.

Die Kinder beim eifrigen Zerstoßen von Nüssen. Sie waren gar nicht zu bremsen und hatten große Motivation, alles möglichst fein zu zermahlen.

Alle Ergebnisse wurden in einer Schale mit Wasser und etwas Salz vermischt. Der Teig wurde zu einem kleinen Laib geformt. Danach habe ich diesen auf einem Backpapier im Ofen etwa 20min bei 180°C gebacken. Anschließend (nach dem nächsten Spiel) wurde das “Brot” gekostet, es schmeckte sehr nussig und natürlich nicht süß, aber durchaus lecker.

2. Steinzeit Spiel “Das fliegende Schaffell”

“In der Steinzeit schliefen die Menschen nicht auf Matratzen, sondern auf Tierfellen. Bei diesem Spiel stellen sich mehrere Kinder auf ein Schaffell und versuchen, es umzudrehen. Dabei darf kein Kind herunterfallen oder den Boden berühren!

Startet zu zweit. Wenn ihr es geschafft habt, probiert es mal zu dritt oder zu viert aus.”

Tatsächlich fiel es den Kindern anfangs gar nicht so leicht, sich zu koordinieren. Eine Gruppe entwickelte dann eine spezielle Technik, bei der alle auf einer Seite stehen und die “freie” Seite des Fells umgedreht wird, sodass eine Art Twist in der Mitte des Fells ist, den die Kinder dann nacheinander überwunden haben. Das war ein spaßiges Gruppenspiel ohne “Verlierer”, was gerade zu Beginn einer Party ein bisschen zum Teambuilding beitragen kann.

3. Steinzeit Bingo

“In der Altsteinzeit waren die Menschen Jäger und Sammler. Erst in der Jungsteinzeit hatten sie einen festen Wohnsitz, sie wurden sesshaft.

Nun dürft ihr sammeln! Im Garten könnt ihr 9 Karten mit verschiedenen Symbolen zur Steinzeit finden. Helft alle zusammen und kreuzt an, welche ihr gefunden habt!” 

Für diese Station habe ich mir im Internet 9 Bilder gesucht, die zur Steinzeit passen und sie in einer 3×3 – Tabelle ausgedruckt, sodass ich 9 kleine Kärtchen ausschneiden konnte, die ich dann für die Kinder kurz vor der Party versteckt habe. In ihren Büchlein hatten die Kinder die 3×3-Tabelle  verkleinert abgedruckt, sodass sie wussten, welche Symbolkarten zu suchen waren. Wer eine Karte gefunden hatte, rief laut, was zu sehen war und alle konnten dann das jeweilige Symbol abkreuzen.

Da ich kein Urheberrecht an den Bildern habe, gibt es hierzu leider kein Foto. Die Symbole waren so etwas wie “Höhlenmalerei, Faustkeil, Steinzeitmensch, Höhle, Steinzeitschmuck, Steinzeit Pfeilspitzen, Mammut usw.”

4. Vom Leder zum Beutel

“In der Steinzeit benutzten die Menschen oft Leder (Tierhaut) zur Herstellung von Kleidung und Zelten. Wir stellen heute aus Lederresten einen kleinen Lederbeutel her.”

Als Bastel-Aktion haben wir einen kleinen Lederbeutel hergestellt, in dem die Kinder ihren Steinzeitschmuck (siehe unten) und ihren Schatz mit nach Hause nehmen konnten. Hierfür stelle ich euch ein kleines DIY mit Anleitung in Kürze in einem gesonderten Blogbeitrag zur Verfügung.

5. Steinzeitschmuck

“Schon in der Steinzeit schmückten sich die Menschen mit Ketten und Perlen. Diese bestanden aus Tierzähnen, Muscheln oder Geweihen. Bastelt eure eigene Kette oder einen steinzeitlichen Anhänger aus Naturmaterialien!”

steinzeitschmuck Tiergeweih Geweih

Für diese Station habe ich bei etsy zwei kleinere Reh-Geweihe bestellt. Diese habe ich im Vorfeld zersägt und ein Loch zum Auffädeln reingebohrt. Ich habe wirklich gestaunt, wie hart so ein Geweih ist! Mit einem guten Schraubstock, Handsäge und Holzbohrer hat es aber gut funktioniert.

Die Kinder haben sich “Perlen” aus Geweih ausgesucht und diese dann mit Schleifpapier abgeschliffen. Zusätzlich hatte ich noch einige Holzperlen und Muscheln gefunden, die ich dazu aufgetischt habe.

6. Steinzeit Schatzsuche

Zum Schluss ging es – wie von bisher jedem meiner Geburtstagskinder gewünscht – auf eine kleine Schatzsuche. Diesmal fiel die Suche eher kurz aus, denn es wurde ja schon ausgiebig beim Bingo gesucht und viel gebastelt. Die Kinder erhielten von mir einen Hinweis, dass sie nach einer wichtigen Vitaminquelle für Menschen in der Steinzeit suchen sollten… (die Party war ja im Januar, sodass gar nicht allzu viel infrage kam).

Im Hagebuttenstrauch fanden sie schließlich nicht nur leckere Hagebutten, die man durchaus im Winter essen kann, sondern auch den nächsten Hinweis. Da ging es um ein Kraut, das ebenfalls im Winter geerntet werden kann und von mittelalterlichen Mönchen angebaut wurde.

“Rosmarin” war die Antwort und auch dort fanden sie einen letzten Hinweis. Unseren Schatz habe ich dann dort versteckt, wo im Sommer viele Brennnesseln wachsen: eine Nahrungs- und Heilpflanze, die es auch schon in der Steinzeit gab – den Ort wussten die Kinder sofort und stürmten gleich hin.

Im Schatz fanden die Steinzeitkinder dann kleine Edelsteine (mit jeweiliger Benennung und Beschreibung zur Bedeutung) in einem Tüllbeutelchen, etwas Schokolade (Rocher Kugeln) und für jeden eine Rolle Washitape. Es passte dann auch alles in die selbst gemachten Lederbeutelchen.

Steinzeit Verpflegung

Natürlich haben tüchtige Steinzeitkinder auch großen Hunger. Daher haben wir zu Beginn der Feier eine Runde Kuchen und Obst gegessen.

Steinzeit Buffet Beeren

Beim Dekorieren des Kaffeetischs hatten wir schon riesigen Spaß. Die große Schwester hat viele schöne Muscheln und Kornähren sowie Tannenzapfen als “passend steinzeitlich” rausgesucht und arrangiert.

Wie immer gab es Obstteller dazu und diesmal auch wieder Puffreis, denn die “Hufflepuffs” zum Knabbern waren beim Hogwarts-Geburtstag auch sehr angesagt gewesen.

Steinzeit Kuchen Torte backen

Mein persönliches Highlight war die Schokotorte, die ich schon am Abend vorher vorbereitet hatte. Das Rezept für die Torte selbst habe ich aus einem Buch von Sarah Wiener, aber man kann auch jedes andere Schokotorte/kuchen-Rezept verwenden. Dekoriert wird das Ganze dann mit Steinen aus angekokelten Marshmallows, Schokoladenröllchen oder wie hier -stangen und dem Lagerfeuer. Das Feuer habe ich aus weißer Schokolade gemacht (geschmolzen, mit roter Lebensmittelfarbe gemischt und dünn ausgestrichen, fest werden lassen und geschnitten).

 

Am Ende der Party gab es Ofenkartoffeln mit allerlei Toppings und leckerer Soße. Um das Abendessen hat mein Mann a.k.a. Steinzeitpapa sich gekümmert, denn dieses Essen hatten wir schon erfolgreich bei vergangenen Geburtstagen aufgetischt und als prima Partyessen empfunden.

Hoffentlich haben euch meine Ideen gefallen und ich konnte euch mit meinem Blogbeitrag inspirieren.

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eure Leonie

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3 Kommentare

  1. Richtig tolle Ideen, vielen Dank fürs Teilen ♥️

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