Streifenversäuberung – Anleitung

Streifenversäuberung (von runden Ausschnitten) – Tutorial (kostenlose Anleitung)

Die Streifenversäuberung ist eine einfache und schnelle Methode, einen schicken Ausschnitt zu nähen. Am Anfang erfordert sie evtl. ein bisschen Übung, da der Zug des Streifens gleichmäßig sein sollte – genau wie beim Bündchen annähen.

Bedenkt, dass eine Streifenversäuberung nicht ganz so dehnbar ist wie ein Bündchen, daher müsst ihr evtl den Ausschnitt etwas erweitern (z.B. einen Halsausschnitt, wenn dieser ursprünglich für Bündchenversäuberung ausgelegt ist).

Ich nähe meine Streifen immer nur mit der normalen Nähmaschine mit weitem Geradstich an (Stichlänge 3.5) – das ist aber Geschmacksache.

Ihr braucht …

…neben eurem Hauptstoff einen Versäuberungsstreifen (z.B. ebenfalls aus Hauptstoff oder aber aus Kontraststoff – Bündchenstoff geht auch). Dieser sollte ungefähr eine Breite von 3.5cm haben.

Hier zeige ich euch, wie ihr schnell und einfach einen runden Ausschnitt (z.B. Halsausschnitt an einem T-Shirt) mit dem Versäuberungsstreifen einfassen könnt.

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Stoffwahl

Die Streifenversäuberung könnt ihr prima mit dehnbaren Stoffen machen. Ich zeige euch im 1. Schritt, wie ihr sie bügelt. Alternativ könnt ihr auch ein fertiges Schrägband verwenden und spart euch das Zuschneiden und Bügeln.

Wer die Streifenversäuberung aus nicht-dehnbaren Stoffen macht (z.B. für Webware-Kleider), sollte drauf achten, ihn beim Streifenzuschnitt in einem Winkel von 45° zum Fadenverlauf zu schneiden. So lässt sich der Streifen (auch bei festen Stoffen) ein klein bisschen dehnen und in Kurven viel besser anpassen. Hier empfehle ich euch, den Streifen etwas breiter zu machen, beide Viertel zu bügeln und beim Anstecken und Annähen (Schritt 4/5) innen ebenfalls ein Viertel einzuklappen. 

Bügeln

Bügelt euch den Versäuberungsstreifen vorher:

Zuerst bügelt faltet ihr ihn mittig links auf links. Bügeln.

Dann faltet ihr ihn auf und eine Kante nochmal nur bis zur Mitte hoch (bei oben-unten-Stoffen die untere Kante) – Bügeln, sodass ihr eine Bügelmarkierung bei 1/4 der Stoffbreite habt.

(das andere Viertel braucht ihr nur runterbügeln, wenn ihr den Streifen innen nochmals umklappen wollt. Dann sieht es innen sauberer aus, aber die Versäuberung trägt etwas mehr auf) 

Anleitung

1. Legt den Versäuberungsstreifen rechts auf rechts und Kante an Kante an den Ausschnitt. Begonnen wird die 1.Naht ca. 1.5cm hinter der Seitennaht (wo später der Versäuberungsstreifen geschlossen wird). Bei oben-unten-Stoffen legt ihr die untere Kante (dort, wo umgebügelt ist) an die Hauptstoffkante.

2. Näht nun mit dehnbarem oder weitem Geradstich den Streifen an. Die Naht sollte auf der Bügelfalte bei 1/4 der Breite liegen. WICHTIG: in Rundungen (z.B. am Ausschnitt wie hier) dehnt ihr den Streifen ein bisschen. In der tiefsten Rundung (Halsausschnitt unten und bei Armlöchern v.a. unter der Achsel) müsst ihr stärker dehnen. ABER: Der Hauptstoff darf auf keinen Fall gedehnt werden. Ihr näht rundum bis 1.5cm vor der Seitennaht, wo der Streifen verschlossen werden soll.

3. Dann klammert ihr den Streifen rechts auf rechts zusammen und schließt ihn zur Runde. Überflüssiger Streifenstoff und die Nahtzugabe wird zurückgeschnitten.

Danach wird der Streifen zurück über den Hauptstoff geklappt und ihr näht eine Verbindung, sodass der Kreis geschlossen und der Streifen komplett angenäht ist.

4. Jetzt wird der Streifen in der mittigen Bügelfalte umgeklappt. Achtet darauf, dass die Nahtzugabe von eben richtig schön im Streifen drin liegt. So erhält die Versäuberung noch zusätzliche Stabilität. Ringsum feststecken.

(Wenn ihr den Streifen innen noch einmal einklappt, sieht es von innen schöner aus, aber die Versäuberung trägt etwas mehr auf – deshalb verzichte ich meistens darauf) 🙂 

5. Nun kommt die sichtbare Außennaht (also Konzentration!) 😉

Näht mit weitem Geradstich (Stichlänge 3-3.5) nahe des Innenrandes auf dem Versäuberungsstreifen entlang. Hierfür könnt ihr auch (dehnbare) Zierstiche verwenden.

Innen kann überstehender Streifenstoff einfach abgeschnitten werden. Jersey franst nicht aus, daher keine Sorge. Hierfür gibt es spezielle Scheren – die ich (noch?) nicht habe 😉 …mit der normalen Schere seid bitte ganz besonders vorsichtig, dass ihr nicht in den Stoff vom Oberteil schneidet, das kann schnell passieren. 

FERTIG!

Tipp: kleinere Wellen lassen sich mit viel Hitze und Dampf einfach wegbügeln.

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