Sommermüzz Freebook – kostenlose Anleitung und Schnittmuster einer Sommermütze für Kinder

kostenloses Schnittmuster und bebilderte Nähanleitung für eine Sommermütze für Kinder – KU 39 – 54 – mit oder ohne Nackenschutz, aus Webware, Musselin, Jeans u.v.m., schnell und einfach zu nähen

Sommermüzz Freebook - kostenlose Anleitung und Schnittmuster - Kindermütze - Lila wie Liebe

Sommermüzz Freebook – die Sommermütze mit Schirm und Nackenschutz

Angelehnt an mein Schnittmuster „Wendemütze Supermüzz“ habe ich eine Sommerversion für euch ausgetüftelt. Die Supermüzz ist ja eher was für den Übergang: mit kleinem Schirm und warmen Ohren. Dafür wurde nun das Basis-Schnittmuster etwas abgewandelt und mit ein paar Varianten versehen.

Die sommerlichen Vorteile bzw. Unterschiede zur Supermüzz sind folgende:

  • aus dünnem Baumwollstoff (Webware) oder Musselin, natürlich geht auch dickerer Baumwollstoff (dann ggf. Größe anpassen)
  • luftig um die Ohren, dennoch sonnengeschützt
  • mit etwas größerem Schirm und (optional) Sonnenschutz im Nacken
  • größenverstellbar (über Gummizug oder Kordel), wahlweise also mit Schleife am Hinterkopf
  • optional mit Falten-Schirm statt Standardschirm (man näht später eine Falte hinter dem Schirm, was der Mütze einen gewissen „Retro“-Look verleiht)

Kindermütze Sommermütze Freebook kostenlose Anleitung

Das Nähen von Mützen allgemein und speziell bei dieser Mütze

Die Tatsache, dass man genähte Mützen vorher nicht anprobieren kann, macht das Nähen von Mützen oft schwierig. Die passende Größe zu finden ist nicht einfach, denn unterschiedliche Schnittmuster, Kopfformen und die Stoffwahl führen oft dazu, dass die Mütze am Ende nicht perfekt sitzt. Manchmal braucht es 2-3 Versuche mit einem Schnittmuster, bis eine Mütze richtig gut passt. Denn neben dem Kopfumfang unterscheiden sich auch die Kopflänge, die Kopfform und die Vorlieben des Mützenträgers.

Die Sommermüzz wird aus nicht-dehnbaren Stoffen genäht. Für die nötige Flexibilität in der Größe werden Gummiband oder Bänder zum Binden angebracht.

Wichtig: Wenn ihr die Mütze in der angegebenen Größe (nach Messen des Kopfumfangs) näht, liegt sie normalerweise eher am Kopf an – dafür muss Gummiband/Schleife kaum zugezogen werden. Wenn ihr die Mütze 1-2 Größen größer zuschneidet, bekommt ihr eine Art Ballonmütze (die Mütze liegt nicht mehr ganz am oberen Kopf an). Diese könnt ihr mit Hilfe von mehr oder weniger starkem Zug an Gummi/Bändern auf den Kopfumfang anpassen. Achtet bitte darauf, bei der Variante mit Faltenschirm (s.u.) von Vornherein eine Größe größer zuzuschneiden – diese Mütze hat dann eine leichte Ballon-Form und liegt oben nicht direkt am Kopf an.

KOPFUMFANG messen: 

Zum Messen des Kopfumfanges braucht ihr ein Maßband (oder alternativ eine Schnur und einen Zollstock). Legt das Maßband ungefähr einen Zentimeter oberhalb der Augenbrauen und Ohren über die Stirn (nicht oben am Haaransatz) und messt (inkl. Frisur). Bei Kopfumfang mit halben Zentimetern, rundet bitte auf (z.B. 49,5 -> Gr. 50cm). 

Varianten

Die Sommermüzz könnt ihr mit oder ohne Nackenschutz nähen. Der Nackenschutz ist nicht sehr lang, damit er die Mütze beim Blick nach oben nicht so sehr ins Gesicht schiebt. Sonnenschutz bietet er dennoch, er knickt sich bei festeren Stoffen beim Tragen leicht um, wie eine Art Schirm.

Musselin Kindermütze kostenlose Anleitung

Beispiel Standard Schirm, mit Nackenschutz: KU 49,5 (Zuschnitt Gr. 49/50)

Am Hinterkopf habt ihr die Wahl, mit Kordel zum Binden (mit Schleife) zu nähen oder ein Gummi einzuziehen. Letztere Variante ist für eine Wendemütze praktisch, da das Gummiband im Tunnel versteckt ist.

Falls euch noch 1-2 Größen nach oben (oder unten) fehlen, könnt ihr sie einfach selbst skalieren; hier findet ihr die Anleitung zum Vergrößern/Verkleinern von Schnittmustern .

Sommermüzz Kindermütze Varianten mit und ohne Nackenschutz, mit Gummi oder Schleife

 

Zusätzliche Variante „Falten-Schirm“: Dabei wird ein großer Schirm recht steil angenäht und durch eine Falte an der vorderen Mützenkante hochgezogen. Die Falte sieht man dann von außen über dem Schirm. Dadurch wird die Mütze im Allgemeinen etwas kleiner und kürzer –  bitte daher eine Größe größer zuschneiden 🙂  Für sehr dicke Stoffe, die viel Stand haben (z.B. dicker Jeans Stoff), ist diese Variante weniger geeignet, da die Falte dann sehr wulstig wird und sich nicht gut fixieren lässt.

Sommermütze sommercap nähen sommermüzz

 

Im Probenähen entstanden noch viele weitere Ideen für Variationen und Extras. Lasst euch gern inspirieren:

Sommermüzz Sommermütze mit Extras Freebook Schnittmuster

Was ihr braucht

2 Stoffe (Außenstoff und Innenstoff), jeweils 35cm x 60cm (Breite)

Es eignen sich nicht-dehnbare Stoffe wie Webware, Musselin (siehe Bild unten), Jeansstoff, Leinen, u.v.m. 

– einen Rest Volumenvlies/Bügelvlieseline zur Verstärkung für den Schirm

Gummiband 10cm lang und 1,5cm breit ODER Kordel 2x 17cm, Sicherheitsnadel zum Fädeln

Musselin Mütze für Kinder nähen

 

Schnittmuster Sommermüzz Download

Das Schnittmuster könnt ihr hier herunterladen und ausdrucken (Druckgröße=100%):

(klickt hier für das Sommermüzz-Schnittmuster)

(Bitte versteht, dass ich die Anleitungen nicht als PDF zur Verfügung stelle. Eine Umformatierung oder Kopie und Weitergabe (sowie jede andere Weitergabe) sind untersagt. Den Link zur Anleitung dürft ihr natürlich gerne teilen.)

 

Zuschnitt

Das Schnittmuster besteht nur aus 2 Schnittteilen: Mütze und Schirm – wobei beide Teile jeweils aus Innen- und Außenstoff zugeschnitten werden. Außerdem braucht ihr den Schirm noch aus Einlage /Vlieseline. 

Die Nahtzugabe von 0,7cm ist bereits enthalten.

NEU: Wenn ihr einen ganz besonderen Schirm für die Mütze nähen wollt, könnt ihr eine Paspel einnähen! Wie es aussieht und funktioniert gibt es HIER zu sehen.

Nähen

Allgemeines:

Nicht-dehnbare Stoffe könnt ihr sehr gut mit der normalen „Haushaltsnähmaschine“ nähen. Verwendet einen einfachen Geradstich (sofern nicht anders beschrieben). Gerne könnt ihr die Naht auch im Nachhinein versäubern (mit Zickzackstich, Overlock o.a.). Dadurch wird die Mütze noch haltbarer. Bei stark fransenden Stoffen empfehle ich unbedingt eine Versäuberung nach jeder Naht. „Normale“ Webware nähe ich teilweise (bei solchen gefütterten Nähprojekten) auch ohne Versäuberung. Bisher ist noch nichts aufgegangen – aber das ist wirklich Geschmacksache. Die Versäuberung nach jeder (rechts auf rechts vollzogenen) Naht wird in dieser Anleitung nicht explizit genannt.

Schirm:

Begonnen wird mit dem Schirm. Der Außenstoff-Schirm wird zuerst mit Vlieseline verstärkt. Außerdem könnt ihr eine Paspel annähen (an die große/äußere Rundung; hier pink). Danach legt ihr den Futterstoff-Schirm rechts auf rechts auf den Außenstoff-Schirm und näht sie an der großen Rundung zusammen. Schneidet die Nahtzugabe an dieser Rundung alle paar Zentimeter bis kurz vor der Naht ein (ohne die Naht zu verletzen) und wendet den Schirm. Gut ausformen und ggf. bügeln.

Um es euch später einfacher zu machen, näht die kurze/innere Rundung des Schirms nun randnah (innerhalb der Nahtzugabe) zusammen. Dann steppt ihr die äußere Rundung ordentlich ab – ihr könnt auch noch weitere Abstepp-Rundungen etwas weiter innen nähen.

Mützenteile

Nun nehmt ihr euch die Außenstoff-Mütze zur Hand.

Variante mit Schleife am Hinterkopf:

Wenn noch nicht geschehen, markiert euch die Position der Öffnung für die Bänder auf der linken Seite des Außenstoffs. Ihr versäubert zuerst die langen hinteren Kanten einzeln. Diese Kanten legt ihr dann rechts auf rechts aufeinander. Näht die Strecke (unter Belassen der Bänder-Öffnung, rotes Kreuz im Bild) zusammen. Verriegelt ober- und unterhalb der Öffnung gut.

Dann faltet die Nahtzugaben zu den Seiten, fest falzen oder bügeln. Sucht euch von der rechten Stoffseite aus die kleine Öffnung auf. Kontrolliert, ob die Nahtzugaben schön an ihren Seiten liegen (ggf. feststecken) und näht ein kleines Rechteck um das Löchlein herum.

 

 

Variante mit Gummiband/Gummizug am Hinterkopf:

Wenn noch nicht geschehen, markiert euch die Position des Gummizugs auf der rechten Seite des Außenstoffs, sodass ihr sie auch nach dem Zusammennähen noch leicht erkennen könnt. Legt die langen Hinterkanten rechts auf rechts aufeinander und näht diese zusammen.

Weiter für beide Varianten:

Um die Mütze oben zu schließen, näht ihr im Folgenden die Zacken rechts auf rechts aneinander. Bei mir persönlich klappt die Symmetrie am besten, wenn ich zuerst jede 2. Zacke an die Nachbarzacke nähe und dann die Zwischenzacken. Aber probiert es einfach aus. Bei den Zackennähten beginnt ihr immer unten an der Basis mit einer zum Rand auslaufenden Naht und Endet an der Zackenspitze.

Ziel ist natürlich, eine möglichst ebenmäßige „Spitze“ zu erhalten – falls ihr keine Wendemütze nähen möchtet, könnt ihr ganz am Ende notfalls immer noch z.B. einen (bezogenen) Knopf darauf nähen und eventuelle Unebenheiten verdecken (zum Tutorial für Stoffknopf)

 

Nun nehmt euch die Futtermütze. Beginnt ebenfalls mit den langen Hinterkanten, die ihr rechts auf rechts aufeinander legt. Hier markiert ihr euch die Wendeöffnung, die im oberen Teil (!) der Mütze liegen und 5-6cm messen sollte. Näht die Kante unter Belassen der Wendeöffnung zusammen. Die Kuppe der Mütze wird identisch zur Außenmütze genäht.

Zusammenfügen der Mütze

Nehmt eure auf rechts gewendete Außenmütze. Steckt den Schirm ausgehend von der Mittelmarkierung rechts auf rechts an die vordere Kante (dort, wo sich der Stoffbruch am Mützenteil befindet, ist die Mitte). Wichtig ist, dass Außenstoff vom Schirm auf dem Außenstoff rechts auf rechts liegt – der Futterstoff des Schirms zeigt zu euch. Um es euch nachher zu vereinfachen, näht den Schirm schonmal knappkantig (innerhalb der Nahtzugabe) an der Außenmütze fest.

Danach steckt ihr die (noch auf links gewendete) Futtermütze über die Außenmütze. Orientiert euch dabei an der Naht (hintere Mitte) und an der vorderen Mitte (Bruch). Steckt die gesamte Rundung fest und näht sie zusammen.

Wendet alles durch die Wendeöffnung in der Futtermütze. Formt alles schön aus und bügelt die Unterkante.

Steppt, wenn ihr möchtet, nun von der Außenseite aus die eben genähte Runde mit einem weiten Geradstich in passender Garnfarbe ab. Ich wähle Nahtlänge 3 – 3,5. Bei vielen Stoffen ist dies aber nicht unbedingt nötig.

Tunnel am Hinterkopf nähen

Schließlich bereitet ihr euch den Tunnel für Bänder/Gummi vor.

Variante mit Schleife am Hinterkopf: Sucht euch auf der Mützenaußenseite die Öffnung für die Bändel. Markiert euch zwei waagerechte Linien, eine oberhalb und eine unterhalb der Öffnung. Der Abstand der Linien sollte mindestens so groß sein, dass euer Band später gut durch den Tunnel passt. Die Länge zu jeder Seite ab Mittelnaht (Öffnung) sollte jeweils 4cm für kleinere Größen und 5cm für größere Größen sein. Insgesamt sind die Linien dann 8 bzw. 10cm lang. Näht die beiden Linien mit Geradstich nach und verriegelt gut. Schon habt ihr euren Tunnel vorbereitet.

Jetzt braucht ihr eure Bänder. Macht eine kleine Sicherheitsnadel an euer Bandende. Dann fädelt ihr euer Band durch die kleine Öffnung nach innen, zuerst auf die eine Seite durch den Tunnel. Steckt das Band von außen am Tunnelende fest. Greift durch die Wendeöffnung und entfernt die Sicherheitsnadel (sie sollte aus dem Tunnel rausschauen). Näht das Band von außen am Tunnelende fest, wobei ihr gut verriegelt. Das andere Band arbeitet ihr auf der Gegenseite genauso ein.

Variante mit Gummiband/Gummizug am Hinterkopf: Legt euch die Mütze mit der Hinterkopfnaht vor euch hin. Zeichnet euch ein Rechteck vor, in dem später das Gummi verlaufen soll (z.B. mit Trickmarker). Näht erstmal nur die langen Kanten des Rechtecks (gelb) – es entsteht ein Tunnel. Dann nehmt ihr euch das Gummiband (10cm) zur Hand und befestigt eine Sicherheitsnadel (oder Stopfnadel) an einem Ende des Gummis.

Geht nun mit der Nadel durch die Wendeöffnung im Mützeninneren. Zieht euch den Gummi so durch den Tunnel, dass am Tunnelanfang das Gummi (dessen Ende ohne Nadel darin) zu liegen kommt. Dies könnt ihr per Hand von außen ertasten. Steckt es euch von außen fest und näht das freie Gummiende am Tunnelanfang fest, was einer kurzen Seite eures gezeichneten Rechtecks entspricht. Dann zieht ihr die Sicherheitsnadel weiter durch den Tunnel, er rafft sich langsam. Wenn ihr von außen feststeckt, könnt ihr nun die Größe eurer Mütze „einstellen“, bzw. vorsichtig am Kind probieren. Wenn ihr zufrieden mit der Größe (verstellbar über Zug am Gummi) seid, dann das Gummi steckt fest. Entfernt die Sicherheitsnadel und näht das 2.Ende des Gummis am Tunnelende fest.

 

Fertigstellung

Schließt die Wendeöffnung in der Futtermütze.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr nun noch Verzierungen oder einen Stoffknopf anbringen. 🙂

 

Variante mit Falte über dem Schirm:

Habt ihr den großen Schirm für die Version mit Falte darüber gewählt, steckt euch nun von der Futterseite aus die Falte oberhalb des Schirms mittig fest. Achtung: die Falte befindet sich nicht im Schirm-Stoff, sondern an der Mütze knapp oberhalb des Schirms.

Näht nun von der Futterseite aus eine Naht auf der bereits vorhandenen Kantennaht, die in beide Richtungen gleich lang ist. Wie lang ihr die Naht macht, bleibt euch überlassen. Bei mir ist sie insgesamt 3cm lang, zu jeder Seite 1,5cm. Die Breite der Falte beträgt bei mir circa 0,8 cm (es fallen in dem kleinen Bereich vorne insgesamt 1,6cm Stoff „weg“, weshalb ihr dafür von Anfang an eine Größe größer genäht haben solltet) 😉

 

Viel Spaß mit eurer neuen Kindermütze! 

Hier geht’s zur Anleitung, um einen mit Stoff bezogenen Knopf herzustellen. 

 

Die Sommermüzzen – Crew

Vielen Dank für eure Zeit, den kreativen Austausch in der Gruppe und die wunderschönen Ergebnisse!

Zum Stöbern findet ihr hier die Seiten der Probenäherinnen (von ihnen stammen die allermeisten der tollen Fotos hier) 🙂 

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