Schnittmuster selbst vergrößern / verkleinern – leicht gemacht

Nachdem ich nun schon einige kostenlose Schnittmuster für euch bereit stellen konnte, erreichen mich ganz regelmäßig Nachrichten wie „Warum nicht Gr. …?“ oder „Leider eine Größe zu klein / zu groß für uns“ … was mir dann natürlich sehr leid tut – aber so ist das nun mal. Irgendwo ist der Papierrand, bzw. die Grenze erreicht. 🙁

 

Trotzdem ist „eine Nummer zu klein / zu groß“ meist kein Grund zur Verzweiflung 😉 Nehmt die Herausforderung an: Ihr könnt euch ganz einfach selbst das Schnittmuster vergrößern oder verkleinern… das ist gar nicht so schwer! Probiert es doch mal aus!

Hier zeige ich euch, wie ihr euer Schnittmuster ganz einfach (für 1-2 Größen) zusätzlich anpassen könnt:

Schnittmuster selbst vergrößern und verkleinern DIY leicht gemacht

Vorab nochwas:

Ein Schnittmuster vergrößern/verkleinern ist zwar nicht so schwierig, es sollte aber nicht euer erstes Projekt sein. D.h. ein bisschen Näherfahrung schadet nicht 😉 Außerdem beachtet noch Folgendes:

  1. Voraussetzung ist, dass es das Schnittmuster in mindestens 2 (besser 3 oder 4) verschiedenen Größen gibt! Wünschenswert ist, dass die Schnittmuster annähernd gleichmäßig zu- oder abnehmen.
  2. Schaut euch das Schnittmuster und die Anleitung genau an. Bei „simplen“ Schnitten (ohne Unterteilungen, …) geht es natürlich einfacher.
  3. Außerdem verzeihen Schnitte für dehnbare Stoffe wie Jersey und Sweat in der Regel auch leichte Abweichungen um ein paar Millimeter, was das Vergrößern/Verkleinern leichter macht! Es funktioniert nicht immer – bei Erwachsenenkleidung vor allem spielen die unterschiedlichen Körpermaße eine Große Rolle, was das Verändern der Größe erschwert.
  4. Nehmt beim ersten Versuch nicht gleich euren Allerlieblings-Streichelstoff (den, den es nur einmal auf der Welt gibt; den, auf den ihr Jahre gewartet habt – den, der euch ein halbes Vermögen gekostet hat…. ihr wisst schon).
  5. Achtung bei Stoffmengen-Angaben und Bündchenmaß-Angaben: diese müssen natürlich auch angepasst werden (bei Bündchen immer am besten am Kind messen oder „nach Formel“ zuschneiden)

 

So geht’s:

  1. Druckt euch das Schnittmuster aus (achtet auf Skalierung, i.d.R. Druckgröße = 100% einstellen) – oder nehmt euch den vorhandenen Schnittbogen zur Hand.

Bei selbst ausgedruckten Schnitten müsst ihr zusammenkleben – dabei WICHTIG: ihr klebt die Seiten aneinander, ohne davor eine Größe beim Schnittmuster auszuschneiden, d.h. ihr klebt einfach die ganzen DINA4 Seiten aus dem Drucker aneinander und alle Größen sind noch sichtbar (siehe Bild)

Bild 1: Schnittmuster selbst vergrößern und verkleinern

2. Ihr guckt euch die Abstände zwischen den Größen genau an (in der Regel sind zwischen den einzelnen Größen immer annähernd dieselben Abstände). Nun seid ihr dran:

Am besten ihr benutzt zum Ausmessen ein Lineal/Geodreieck.

Zeichnet euch an den Ecken des Schnittmusters Hilfslinien, die die Ecken der bestehenden Größen verbinden (siehe Bild 2, „Zacke“). Dann messt die Abstände dieser Ecken aus. Nun markiert ihr euch auf der Hilfslinie den Punkt für eure gewünschte Größe (immer in dem Abstand, in dem die nächstgrößere/nächstkleinere Größe ist).

Schließlich vervollständigt ihr die Verbindungslinien (das eigentliche Schnittmuster): Dafür verbindet ihr eure neu markierten Punkte miteinander. Die Linien, die ihr zieht sind natürlich an jeder Stelle in dem Abstand, in dem die nächstgrößere/nächstkleinere Größe entfernt ist, wie auf dem Bild unten gezeigt.

Bild 2: Schnittmuster selbst vergrößern und verkleinern

WICHTIG: Der Stoffbruch (Bruch/Fold) bleibt (i.d.R.) immer an der gleichen Stelle.

Bei rechtwinkligen Kanten braucht ihr nicht unbedingt Verbindungslinien (da ihr auch durch das Einhalten gleichmäßiger Abstände die richtigen Punkte findet, siehe Bild 3).

 

Eventuell müsst ihr noch ein zusätzliches Papierstück ankleben (siehe Bild 2).

3. Markierungen müsst ihr natürlich auch übernehmen: Hier ist es hilfreich, wenn ihr schon ein bisschen Näherfahrung habt. Aber schaut euch einfach die Markierungen an den verschiedenen Größen an (wandern diese oder sind sie immer an der gleichen Stelle!?)

 

  • die Markierung (z.B. für den amerikanischen Ausschnitt meines Ballonkleidchens oder Shirts wandert), das heißt: bei jeder Größe ist die Markierung woanders. Dies bedeutet, ihr müsst bei einer Verkleinerung/Vergrößerung des Schnittes die Markierung auch mitwandern lassen (siehe Bild 2).

 

  • die Markierung bleibt. Bei manchen Schnitten könnt ihr Markierungen / Unterteilungen finden, die immer an der gleichen Stelle bleiben (egal, welche Größe). Diese Markierungen könnt ihr dann auch für die nächste Größe übernehmen.


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Tipp:

Auf diese Weise könnt ihr natürlich auch einzelne Abschnitte des Schnittmusters (zB die Länge oder die Breite des Schnittes) ganz einfach für euch / eure Kinder individuell anpassen.

Und dann los!

Viel Erfolg beim Selbst-Vergrößern und -Verkleinern!

 

Ich hoffe, meine kleine Anleitung konnte euch weiterhelfen und zum Selbst-Ausprobieren ermutigen!

 

Alles Liebe, 

*Lila-wie-Liebe*

 

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  1 comment for “Schnittmuster selbst vergrößern / verkleinern – leicht gemacht

  1. 6. Juli 2017 at 11:03

    Danke fur hilfe
    fur unz isd genuk oiere hilfe

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