Meine TOP 5: häufigste Nähfehler – und wie man sie vermeidet

Immer wieder passiert es: Nahtzugaben werden vergessen, die Wendeöffnung wird übersehen und Stoffmuster stehen am Ende kopf. Ich ärgere mich oft über meine Leichtsinnigkeit. 😉

Hier lest ihr meine persönlichen TOP 5, die häufigsten Nähfehler! …und Tipps, wie man sie vermeidet. Außerdem habe ich eine kompakte Checkliste (als PDF) für euch erarbeitet, mit der ihr euch hoffentlich so manchen Ärger (sowie zusätzliche Zeit und Stoffreserven) erspart.

TOP 5 meine häufigsten Nähfehler und wie man sie vermeidet. Inklusive Checkliste für euch

Hier kommt meine kleine Auflistung. Am Ende des Beitrags gibt es noch die erwähnte Checkliste für euch (auch zum Ausdrucken als free printable).

TOP #1: die zugenähte Wendeöffnung

Kennt ihr das? Ihr seid voll im „Nähflow“ und es läuft gerade richtig gut! Alle Teile werden schnurstraks zusammen genäht. Rattattattattatt… Im Eifer des Gefechts vergesse ich zugegebenermaßen fast immer, die Wendeöffnung zu lassen – selbst wenn es haargenau in der Anleitung geschrieben steht. Wrrrg!!!

Was ich dagegen tue:

Sobald ich lese: „Wendeöffnung lassen“ nehme ich mir einen Stift und markiere GANZ DEUTLICH die Wendeöffnung auf dem Stoff. Unverzüglich, sonst fällt es dem nicht vorhandenen Kurzzeitgedächtnis zum Opfer. Und natürlich versuche ich, (aus ebendiesem Grunde) die Naht mit der Öffnung gleich als nächstes zu nähen.

Wenn ich schon weiß, dass ich den Schnitt noch ein zweites Mal nähen will, markiere ich mir die Textstelle zusätzlich.

Was, wenn es zu spät ist:

Tja, schon wieder die Wendeöffnung vergessen? Da hilft nur: Fadentrenner her und auftrennen. Zum Glück handelt es sich ja meist nur um wenige Zentimeter und ist nicht so tragisch.

TOP #2: die vergessene Nahtzugabe 

Verdammt! Alles ist zugeschnitten und bereitgelegt, da fällt euch ein, dass ihr keine Nahtzugabe hinzugefügt habt? Ein schlimmer Fehler, vor allem wenn es sich um Kleidung handelt – die soll ja genau passen.

Nahtzugabe = NZ(G) = seam allowance 

Was ich dagegen tue:

Bevor ich mich nicht über die Nahtzugabe schlau gemacht habe (ist sie im jeweiligen Schnitt enthalten oder nicht – und wenn ja: wie viel Nahtzugabe ist es?), fange ich gar nicht erst an zu zeichnen und zu schneiden. Vielleicht kann man sich das antrainieren !?

Unten im Beitrag habe ich euch eine kleine Checkliste erarbeitet, die ihr für euch persönlich als Gedächtnisstütze vor dem/beim Nähen nutzen könnt. 

Bei manchen Schnittmustererstellern wie ottobredesign® ist die Nahtzugabe niemals dabei. Einige bieten Schnittmuster mit und ohne Nahtzugaben an (wie die Schnitte von Compagnie M.). Das ist natürlich super, aber es heißt auch: richtig wählen und nicht verwechseln.

Wenn ich Schnittmuster ohne Nahtzugabe ausschneide (oder aus dem Papierschnittmuster abpause), zeichne ich mir sofort auch die Nahtzugabe mit ein, sodass meine eigene Schablone immer eine Nahtzugabe erhält.

Was, wenn es zu spät ist:

Ohje! …da kommt es natürlich drauf an, was für ein Teil ihr nähen möchtet und aus welchem Stoff es ist. Bei Kinderkleidung wird es meistens zu knapp, wenn man die Nahtzugabe weg lässt – vielleicht gibt es ja noch ein kleineres Geschwisterchen oder befreundetes Kind, was sich über das Werk freuen würde? Bei größeren und dehnbaren Schnitten ist es manchmal gar nicht so tragisch – das bleibt dann von Fall zu Fall auszuprobieren. Tja, und für einen passgenauen Schnitt muss meist noch einmal neu zugeschnitten werden, auch wenn es bitter ist.

TOP #3 und #4: Fehler beim Fadenverlauf oder im Stoff-Musterverlauf 

Nicht immer wähle ich Uni-Stoffe oder einfach gemusterte/gepunktete Ware. Oft sind die schönsten Stoffe „Oben/Unten-Stoffe“, zum Beispiel mit Tier- oder Pflanzenmotiven. Da gibt es kaum was Ärgerlicheres als am Ende festzustellen, dass auf einem Schnittteil alles kopfsteht!

Was ich dagegen tue:

Schaut euch den Stoff und eure Schablonen vor dem Zuschneiden noch einmal genau an.

Bei den Schablonen/Schnittmuster beschrifte ich jedes Teil RICHTIG HERUM (welches Teil? von welchem Schnittmuster? ggf welche Kleidergröße? + Fadenverlauf (wenn angegeben)). Das ist zwar etwas aufwändig, aber erspart einem im Nachhinein einiges an Ärger. Vor allem lohnt es auch, wenn man das Schnittmuster nach derselben Schablone später noch einmal nähen möchte. Wenn ihr PDF-Schnittmuster ausdruckt und direkt ausschneidet, entfällt das Beschriften in der Regel.

Ganz deutlich (möglichst mit Leuchtstift) markiere ich mir die Brüche, die vergisst man auch immer mal beim Zuschneiden 😉

Beim Stoff schaue ich nach: Musterverlauf und Fadenverlauf. Lieber noch einmal mehr nachdenken, damit man nichts übersieht.

Was, wenn es zu spät ist:

Hoffentlich habt ihr das Schnittteil noch nicht falschrum eingenäht, dann könnt ihr es noch einmal neu zuschneiden (sofern noch genügend Stoff vorhanden ist). Ansonsten hilft nur: lassen oder nochmal auftrennen (und erneut zuschneiden).

TOP #5: Zwei linke bzw. zwei rechte Teile statt gegengleichem Zuschnitt

Ebenfalls den Zuschnitt betrifft dieser Punkt. Oft steht in der Anleitung: Schnittteil XY gegengleich zuschneiden (rechts und links). Das bedeutet, ihr müsst die Schablone einmal richtigherum auf den Stoff legen und einmal falschherum… oder eben im Bruch zuschneiden.

Natürlich betrifft dies nur das Arbeiten mit Stoffen, die eine rechte und linke Stoffseite haben.

Was ich dagegen tue:

Zum Zuschneiden von „gegengleichen“ Teilen (für rechts und links) lege ich den Stoff in den Bruch und schneide 2-lagig zu, wenn möglich. So vermeide ich, dass ich am Ende „2 rechte“ bzw. „2 linke“ Schnittteile habe. Wenn das gerade nicht geht (z.B. weil mir der Stoff dazu nicht ausreicht), passe ich haarscharf auf, wie rum ich die Schablone drehe. Nach dem Anzeichnen schaue ich mir noch einmal genau an, ob ich beide Teile auch gegengleich aufgezeichnet habe.

Was, wenn es zu spät ist:

Verdammt! Hier muss ein Teil von beiden nochmal neu zugeschnitten werden (damit es nicht mit der linken Stoffseite nach außen festgenäht werden muss).


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Und für alle, die sich eine kleine Gedächtnisstütze für die nächsten Projekte wünschen…

…hier meine Checkliste als Zusammenfassung:

Und es gibt sie natürlich auch zum Download als PDF:

Download 774,7 KB

Tipp: wenn ihr nur einen kleinen Zettel zum Aufhängen an eurem Nähplatz möchtet, druckt das PDF einfach in 30% (Benutzerdefinierter Maßstab) aus.

 

EDIT: hier noch weiterer Input von euch LeserInnen (vielen Dank!):

Passt auch auf folgende Nähfehler auf 😉 

 

– Wendeöffnung zu klein

– falsche Nadel für entsprechenden Stoff

– Schnittteile nicht rechts auf rechts gelegt (genau schauen, welche Stoffseiten sich treffen)

– Schnittteile verkehrt herum zusammensetzen (wenn rechte und linke Seite des Stoffes sehr ähnlich sind) – dann ist die Naht fälschlicherweise auf der Außenseite.

– Bündchen auf der falschen Seite annähen 

 

 

Viel Spaß weiterhin beim Nähen wünscht euch

*Lila-wie-Liebe*

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  4 comments for “Meine TOP 5: häufigste Nähfehler – und wie man sie vermeidet

  1. Chris
    1. August 2017 at 8:54

    Hallo zusammen, tröstlich das es anderen auch so geht. Habe mich speziell in den Fehlern Wendeöffnung und oben/unten Stoff wiedergefunden 😊. Werde mir die Datei ausdrucken und als Gedankenstütze hinhängen. Dankeschön dafür. Sonnige Grüße Chris

    • lila-wie-liebe
      1. August 2017 at 13:18

      Liebe Chris,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Das freut mich, dass ich nicht die einzige bin, die ständig über dieselben Fallstricke stolpert 😉 Hoffentlich hilft uns die Gedankenstütze in Zukunft, einige davon zu vermeiden. Ganz herzliche Grüße!

  2. 23. Juli 2017 at 13:39

    Da sind gute Tipps bei!
    Grundsätzlich ist beim Nähen echt wichtig, mit Konzentration dabei zu sein. Ich schaue bei jedem Schritt drei Mal, ob das jetzt wirklich richtig ist, vor allem ob ich wirklich rechts auf rechts nähe (oder eben so, wie gewünscht) – das ist nämlich mein häufigster Fehler.

    Beim Ausschneiden von Musterstoffen lege ich den Schnitt meistens auf die rechte Stoffseite, da sieht man sehr schnell, wenn etwas falsch herum ist.

    und bei Wendeöffnungen markiere ich mir diese mit größeren bunten Nadeln, da fällt mir dann spätestens, wenn ich an die Nadel komme auf, das irgendwas anders ist.

    liebe Grüße
    Nadi

    • lila-wie-liebe
      23. Juli 2017 at 13:46

      Hallo Nadi, vielen Dank für deinen lieben Kommentar und die weiteren Tipps – da kann ich dir nur absolut beipflichten! 🙂 Herzliche Grüße!

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